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Wie alles begann: Ein Interview mit Willy Jacob

(*27.01.1914 † 19.01.2011)

Der langjährige geschäftsführende Gesellschafter der Jacob GmbH, Willy Jacob, wuchs in einem Familienbetrieb auf, der in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten gegründet wurde und zu einem zukunftsfähigen erfolgreichen Unternehmen expandiert ist. Sein Leben hat er diesem Erbe gewidmet. Der 96-jährige Seniorchef erzählt aus der Firmengeschichte:

Herr Jacob, als Ihr Vater die Firma gründete, waren Sie noch ein kleiner Bub. An was erinnern Sie sich aus dieser Anfangszeit?
Willy Jacob: Ich bin im Januar 1914 in Schwenningen geboren, aber meine Familie zog 1917 nach Stuttgart. Es war eine denkbar schlechte Zeit, als mein Vater Wilhelm Jacob (1886-1960) im April 1922 den Entschluss fasste, eine elektrotechnische Firma zu gründen. Dafür mietete er in Stuttgart das Untergeschoss eines Wohnhauses. In der Zeit zwischen den Weltkriegen mangelte es an vielem, und mein Vater hatte große Schwierigkeiten bei der Anschaffung eines Fasson-Drehautomaten, der für die Produktion jedoch notwendig war. Auch das Fertigungsprogramm musste häufig gewechselt werden, um sich der Nachfrage anzupassen.

Wie kam es zu Ihrem Einstieg in die Firma?
Willy Jacob: Hin und wieder brachte der Vater Heimarbeit mit nach Hause und alle halfen mit. Als Schulbub, so etwa mit zwölf Jahren, musste ich Messingstangen bei Kreidler und Bosch holen. Und um sie zu transportieren, stellte ich sie aufs Trittbrett in der Straßenbahn. Das war keine leichte Arbeit! 1938 trat ich nach meiner Lehre als Kaufmann in die Firma ein. Der Zweite Weltkrieg unterbrach meine geschäftliche Laufbahn. Ich wurde zum Kriegsdienst eingezogen. Erst 1946, nach einer Zeit der Kriegsgefangenschaft, konnte ich wieder in der Firma meines Vaters mitarbeiten.

Wie ging es nach dem Krieg in der Firma weiter?
Willy Jacob: Nach dem Krieg ging es mühsam, aber erfolgreich bergauf. 1951 baute mein Vater in Fellbach eine Fabrik mit Büro und Wohnhaus. Damals schon stellen wir Kabelverschraubungen aus Messing, Edelstahl und Kunststoff her.

Später übernahmen Sie allein die Verantwortung. Wie führten Sie den Familienbetrieb?
Willy Jacob: Als mein Vater im Jahr 1960 und bald darauf meine Geschwister verstarben trug ich die Verantwortung für das Unternehmen allein, und ich wurde Geschäftsführer der Familien-GmbH. Im Jahr 1973 bauten wir einen Neubau in Rommelshausen in der Gottlieb-Daimler-Straße 11. Es war ein Wagnis, aber notwendig und wurde verkraftet. Auf einer Tiefgarage entstand der Kunststoffbetrieb. Das war eine gute Entscheidung, denn damit wurden wir branchenführend. Im Jahr 1982, im Alter von 68 Jahren, bin ich als Geschäftsführer zurückgetreten. Mein damaliger Nachfolger Werner Becker ist inzwischen auch schon im Ruhestand. Im Jahr 2005 übernahm Michael Pietsch erfolgreich die Geschäftsführung und Weiterleitung des Unternehmens. Außer mir nehmen heute noch zwei Familienmitglieder Einfluss im Betrieb: meine Tochter, die Diplom-Kauffrau Ursula Jacob, und eine Tochter meines Bruders Kurt, Petra Gunkel. Sie sind aber nicht direkt in der Firma tätig.

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