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- Pressemitteilungen

Sicherer Einsatz von Glasfasertechnologie in Ex-Bereichen

Die Nachfrage nach Glasfasern wächst. Im Zeitalter der fortschreitenden Digitalisierung, in dem Computer mehr leisten können, als wir früher für möglich gehalten hätten, zeichnet sich ein klarer Trend ab. In der Geschäfts- und Verbraucherwelt müssen heute mehr Daten denn je verarbeitet werden, und das in Lichtgeschwindigkeit.

Seit über 20 Jahren trägt die Glasfasertechnologie diesem Bedürfnis Rechnung, indem sie die blitzschnelle Kommunikation und Datenübertragung in alltäglichen Anwendungen ermöglicht. Die Gründe für die Bevorzugung der Glasfaser gegenüber dem Vorgänger Kupfer im Alltagsgebrauch sind zahlreich. Sie ist leicht, störstrahlungssicher und kann Daten (nahezu) in Lichtgeschwindigkeit übertragen. Allerdings gibt es eine Branche, die das Potenzial dieser Technologie noch nicht ganz ausgeschöpft hat. Glasfaser eignet sich zwar ideal für Kommunikations- und Sensoranwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen, aber es waren langwierige Untersuchungen erforderlich, um genau zu erfassen, wie diese Technologie mithilfe bestehender Schutzkonzepte sicher in diesen Gefahrenbereichen zur Anwendung gebracht werden kann.

Ex-Bereiche und Glasfasern: die Risiken

In der Branche vertritt man allgemein die Ansicht, dass Glasfasern in Ex-Bereichen kein Sicherheitsproblem darstellen. Aufgrund der geringen Funkenbildungsgefahr und der langen Lebensdauer ging man davon aus, dass die Glasfaser sich ohne zusätzlichen Schutz in Ex-Bereichen verwenden ließe. Aber das stimmt nicht. Mit der Installation der Glasfaser in Ex-Anwendungen könnten Nutzer dort eine Zündquelle einbringen.

Es gibt vier Fälle, in denen Lichtbündel zur Zündquelle werden können:

1.       Optische Strahlung kann von durch Licht erhitzten Oberflächen absorbiert werden, sodass die Umgebung Zündtemperatur erreicht.

 

2.       Wenn die Wellenlänge der optischen Strahlung mit der Absorptionsbande des explosiven Gases übereinstimmt, kann eine thermische Zündung auftreten.

 

3.       Lichtemissionen treten in vielen verschiedenen Wellenlängen von Infrarot bis UV auf. Diese Wellen können mit Sauerstoffmolekülen in der Umgebung reagieren und so ein „Oxidationsmittel“ erzeugen, das sich entzünden kann.

 

4.       Trifft ein „Laserstrahl“ aus optischer Strahlung auf ein potenziell explosives Gas, kann eine Plasma- oder Druckwelle entstehen, wobei beide eine Zündquelle darstellen können.

 

Um zu verhindern, dass derartige Zündquellen entstehen, wurden 2006 als Teil der Norm IEC 60079-28 (Explosionsgefährdete Bereiche - Teil 28: Schutz von Geräten und Übertragungssystemen, die mit optischer Strahlung arbeiten) drei Schutzkonzepte bzw. Zündschutzarten entwickelt. Diese Norm wurde im Jahr 2015 aktualisiert. Bei Anwendung dieser Zündschutzarten für die Installation von Glasfaserverkabelungen in Gefahrenbereichen lässt sich diese Technologie sicher nutzen.

Es gibt folgende Zündschutzarten:

1.       „Ex op is“ steht für inhärent sichere optische Strahlung und ähnelt dem Konzept der „Eigensicherheit“ bei Kupferkabeln mit dem Ziel, die Energie des Lichtbündels zu begrenzen, damit keine Zündquelle entsteht.

 

2.       „Ex op pr“ steht für geschützte optische Strahlung und ist eine Methode zur mechanischen Begrenzung des Lichtbündels, damit es nicht entweichen und Schaden anrichten kann. Hier bestehen Ähnlichkeiten mit den Schutzkonzepten Ex d und Ex e.

 

3.       „Ex op sh“ steht für „optische Systeme mit Verriegelung“. Hierbei wird eine Zündung verhindert, indem die optische Übertragung bei einem Fehler schnell unterbrochen wird.


Die Produktreihe der FibreEx-Steckverbinder von HAWKE International

Obwohl diese Zündschutzarten seit 2015 bekannt sind, sind nur wenige Produkte erhältlich, die mit diesen Zündschutzarten ausgestattet sind. Daher hat Hersteller Hawke International eine Produktreihe für Glasfaser-Steckverbinder speziell für Ex-Bereiche auf den Markt gebracht:

Die Produktreihe FibreEx von Hawke verbindet den langjährigen Erfahrungsschatz von Hawke auf dem Gebiet des Explosionsschutzes mit der Glasfasertechnologie. Der Mehrfachsteckverbinder stellt eine Alternative zu Festverdrahtungsmethoden (z.B. Kabelverschraubungen) dar, die den Nutzern ein sicheres Verbinden und Trennen von Glasfaserkabeln im Ex-Bereich bei minimalen Ausfallzeiten ermöglicht. Der Kunde kann hierbei entsprechend der individuellen Anforderungen zwischen Ex op is-Schutz und Ex op pr-Schutz wählen. So können die Kunden die Vorteile der Glasfaser auch in Ex-Bereichen sicher nutzen.

 

Interview mit Matt Ogden, Product Manager Connections, Hawke International

F: Warum hat Hawke die FibreEx-Steckverbinder-Serie auf den Markt gebracht?

A: Glasfaserkabel zeichnen sich durch ihre Geschwindigkeit, elektromagnetische Störfestigkeit und lange Lebensdauer aus. Somit eignen sie sich bestens für Kommunikations- und Sensoranwendungen in Ex-Bereichen. Zuvor musste allerdings genau untersucht werden, wie diese Technologie bei Nutzung bestehender Explosionsschutzkonzepte sicher verwendet werden kann. Im Jahr 2015 wurde die Norm zum Schutz von Geräten und Übertragungssystemen, die mit optischer Strahlung arbeiten (IEC60079-28) geändert. Damit erhielten wir die Gelegenheit, Steckverbinder zu entwickeln, die sich an einem Explosionsschutzkonzept orientieren und nicht wie bei der früheren Version der Norm von 2006 an einem Ex d-Gehäuse.

F: Welchen Vorteil hat das?

A: Ex e-Produkte sind kompakter, haben ein geringeres Gewicht und ermöglichen eine einfachere Inspektion. Dadurch werden für unsere Kunden die Installation und Wartung bedeutend leichter. In diesem Fall können sie eine Glasfaserverkabelung schnell und sicher installieren.

 

F: Können Sie uns noch mehr zu den Sicherheitsaspekten dieses Produkts erzählen?

A: Da Glasfaserkabel langlebig sind und ein geringes Funkenbildungsrisiko aufweisen, herrschte in der Branche die gängige Meinung, dass der Einsatz von Glasfasern in Gefahrenbereichen sicher sei. Ist er aber nicht. Im Gegenteil, Glasfasern stellen in explosionsgefährdeten Anwendungsbereichen ein erhebliches Zündrisiko dar. Unser neuer Steckverbinder bietet einen Schutz vor diesem Risiko, da hier zwei der drei Schutzkonzepte aus der Norm IEC60079-28 zur optischen Strahlung zum Einsatz kommen. Unsere Kunden können entsprechend ihren Anforderungen zwischen den Zündschutzarten Ex op is und Ex op pr wählen. Zu diesen Methoden kommen 60 Jahre Kompetenz von HAWKE bei der Entwicklung von Ex-zugelassenen Produkten hinzu – so konnten wir für diesen Einsatzbereich ein Produkt schaffen, das Sicherheit und Einfachheit bietet.

 

F: Gibt es noch andere erwähnenswerte Merkmale?

A: Wie alle Ex-Steckverbinder von HAWKE bietet der FibreEx-Mehrfachsteckverbinder eine Alternative zu komplizierten Festverdrahtungsmethoden, die den Nutzern ein sicheres Verbinden und Trennen von Glasfaserkabeln bei minimalen Ausfallzeiten ermöglicht. Dank des viergängigen Trapezgewindes geht die Installation schnell und einfach. Durch die Verwendung von M29504 Pins und Buchsen wird der Signalverlust selbst bei schwierigsten Einsatzumgebungen reduziert.

 

F: Ist der Einsatz von FibreEx-Steckverbindern auch außerhalb von Ex-Bereichen möglich?

A: Selbstverständlich! Das robuste und intelligente Design dieser Produkte in Kombination mit ihren erhöhten Schutzfunktionen macht sie ideal für den Einsatz in rauen Umgebungen. Glasfasertechnologie reagiert nämlich eigentlich sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Unser Steckverbinder bietet eine erhöhte Stoßfestigkeit und einen IP-Schutz nach IP 66/67, damit Ihr System auch unter den härtesten Wetterbedingungen sicher und betriebsbereit bleibt.

 

F: Wie schätzen Sie das Wachstum in diesem Industriesektor ein?

A: In den letzten zehn Jahren konnten wir bei der Glasfasertechnologie im gewerblichen Bereich bereits einen immensen Erfolg beobachten. Da nun die entsprechenden Normen für eine sichere Implementierung dieser Technologie vorliegen, ist nach meiner Überzeugung auch in unserer Branche mit einem raschen Anstieg der Nachfrage zu rechnen. Der Bedarf ist also vorhanden – und jetzt also auch das passende Produkt!

 

F: Wie sieht es aus, wenn der Kunde eine individuelle Lösung benötigt?

A: Bei Hawke sind wir Experten für individuelle Designs! Wenn Sie von uns ein Produkt benötigen, das exakt auf Ihre Anforderungen zugeschnitten sein soll, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung!

 

F: Bieten Sie noch weitere Leistungen an?

A: Wir haben uns mit Acal BFi, einem namhaften, weltweit tätigen Dienstleister für Glasfaser-Konfektionierung zusammengeschlossen. Acal bietet unseren Kunden z.B. die Dienstleistung, Jumper für unsere FibreEx-Steckverbinder zu konfektionieren, sodass Sie die Steckverbinder installieren können, ohne dass teure Techniker für die Konfektionierung erforderlich sind.

 

F: Wo kann ich mehr über diese Produkte erfahren?

A: Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich einfach an unseren Partner:

 

 

Jacob GmbH

Elektrotechnische Fabrik

Gottlieb-Daimler-Straße 11
71394 Kernen
www.jacob-gmbh.de

Ansprechpartner:

Steffen Hammon
Head of Product Division
Solutions for Hazardous Areas
Telefon  07151 4011-61 
Fax       07151 4011-49 
Mobil     +49 151 57558699
steffen.hammon@jacob-gmbh.de

 

Die komplette Pressemitteilung können Sie sich auch hier herunterladen oder finden Sie online unter: https://www.chemietechnik.de/sicherer-einsatz-von-glasfasern-im-ex-bereich/

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